Fünf Jahre nach der Ahr-Flut: Was hält das Ahrtal zusammen?

Podiumsdiskussion in der Ehemaligen Synagoge Ahrweiler

Fünf Jahre nach der verheerenden Flut im Ahrtal kehrt vielerorts der Alltag zurück. Häuser wurden wiederaufgebaut, Straßen erneuert und neue Strukturen geschaffen. Aber viele Wunden sind noch sichtbar, andere wirken im Inneren weiter. Am Mittwoch, 17. Juni 2026, von 18:30 bis 20:30 Uhr, lädt die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in die Ehemalige Synagoge Ahrweiler, Altenbaustraße 12, Bad Neuenahr-Ahrweiler, zu einer öffentlichen Diskussion ein. Der Abend setzt genau dort an: beim ehrlichen Blick auf das, was erreicht wurde, und auf das, was weiterhin offen ist.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Flut den Zusammenhalt im Ahrtal verändert hat: in Familien, Vereinen, Nachbarschaften, Verwaltungen und im Ehrenamt. Welche Konflikte bestehen noch? Wo trägt bürgerschaftliches Engagement weiterhin? Wo brauchen Menschen, Vereine und Kommunen mehr Unterstützung? Und was muss Politik aus dieser Katastrophe lernen, damit Warnketten funktionieren, Zuständigkeiten klar sind und der Staat im Krisenfall schneller handeln kann?

Darüber diskutieren Menschen, die das Ahrtal und den Umgang mit Krisen aus unterschiedlichen Perspektiven kennen: Ulrich van Bebber, Vorsitzender der Lebenshilfe Kreisvereinigung Ahrweiler e. V. und langjährig im Kreis Ahrweiler engagiert; Susanne Bell, Katastrophen- und Krisenforscherin an der Universität Bonn und Koordinatorin des Forschungsprojekts SOZIAHR; sowie Nick Falkner, der nach der Flut das Spenden-Verteilzentrum Ahrtal aufgebaut und später die Stiftung Ahrtal gegründet hat. Die Moderation übernimmt der freie Journalist Dr. Martin Wein.

Die Veranstaltung richtet sich ausdrücklich nicht nur an Fachleute. Eingeladen sind alle Bürgerinnen und Bürger, die die Flut erlebt haben, beim Wiederaufbau geholfen haben, sich ehrenamtlich engagieren oder wissen wollen, wie das Ahrtal fünf Jahre nach der Katastrophe zusammensteht. Die Gäste erwartet keine trockene Fachveranstaltung, sondern ein lebendiges Gespräch mit Raum für kritische Nachfragen, persönliche Erfahrungen und konkrete Beispiele aus Verwaltung, Wissenschaft und Ehrenamt.

Nach der Diskussion gibt es einen kleinen Empfang, um miteinander ins Gespräch kommen.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist erwünscht. Interessierte können sich online über das Portal der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit anmelden oder den zentralen Service per E-Mail unter service@freiheit.org beziehungsweise telefonisch unter 030 22012634 anmelden.

Ein wichtiger Schritt für die Zukunft

In einem aktuellen Beitrag des SWR wird über unser neu aufgebautes Lebenshilfehaus in Sinzig berichtet – eine Einrichtung, die jetzt insbesondere für Kinder neue Perspektiven und Unterstützung bietet.

Zum Artikel:
Ahrtal-Flut: Lebenshilfehaus Sinzig startet mit neuer Nutzung – SWR Aktuell

Der Bericht zeigt die traurige Vergangenheit, aber auch die hoffnungsvolle Zukunft des Gebäudes. Hier sitzt jetzt die Verwaltung der Lebenshilfe Ahrweiler, sowie eine Wohngruppe für Kinder und Tagesbetreuung für Menschen mit Behinderung.

Wir freuen uns sehr über das Interesse und die Berichterstattung und danken allen, die dieses Projekt möglich machen und unterstützen!

FDP-Landtagsfraktion informiert sich vor Ort über den Wiederaufbau der Lebenshilfe in Sinzig

Vertreter der FDP-Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz haben die Lebenshilfe im Kreis Ahrweiler besucht, um sich persönlich ein Bild vom Stand des Wiederaufbaus nach der Flutkatastrophe zu machen. Steven Wink, Vorsitzender der Fraktion, Marco Weber, Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion, und Stefan Thoma, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion, informierten sich vor Ort über die Baufortschritte und die aktuellen Herausforderungen. Der Besuch steht auch im Kontext des parlamentarischen Engagements der FDP-Landtagsfraktion für Menschen mit Behinderungen. Fraktionsvorsitzender Steven Wink hat sich im Landtag wiederholt mit der Situation von Werkstätten für behinderte Menschen befasst und deren wichtige Rolle für Teilhabe am Arbeitsleben und gesellschaftliche Integration betont.

Die Wohneinrichtung der Lebenshilfe in der Sinziger Pestalozzistraße wurde in der Flutnacht im Ahrtal schwer getroffen. Zwölf Bewohnerinnen und Bewohner verloren ihr Leben. Dieses schreckliche Ereignis prägt die Arbeit der Lebenshilfe bis heute.

Inzwischen gibt es wichtige Fortschritte: Das überflutete Gebäude wurde saniert, die Abschlussarbeiten für die Außenanlagen sind kurz vor der Fertigstellung. Gleichzeitig entsteht für die Wohngruppe ein Neubau im Stadtkern von Sinzig. Beim Besuch vor Ort machten sich die Abgeordneten ein umfassendes Bild vom aktuellen Stand der Planungen und Bauarbeiten.

Der Vorsitzende der Lebenshilfe, Ulrich van Bebber, schilderte den langen Weg seit der Flutkatastrophe vor fast 5 Jahren: „Zunächst mussten wir den provisorischen Notbetrieb sichern. Danach begann die schwierige Suche nach einem geeigneten Grundstück für das neue Lebenshilfehaus.“

Die Erwartungen an eine schnelle Lösung hätten sich nicht erfüllt: „Wir dachten, dass wir innerhalb von zwei bis drei Jahren wieder ein neues Zuhause für unsere Bewohnerinnen und Bewohner finden würden. Doch weit gefehlt. Mehrere Grundstücksoptionen haben wir intensiv verfolgt – ohne Erfolg.“

Inzwischen sei jedoch ein entscheidender Schritt gelungen: „Wir freuen uns sehr, dass wir endlich ein geeignetes Grundstück kaufen konnten. Damit haben wir wieder eine echte Perspektive.“

Gleichzeitig bleibe der Wiederaufbau mit erheblichen Belastungen verbunden: „Wir sind keine Bauunternehmung, sondern wir wollen Menschen mit Behinderungen unterstützen. Stattdessen beschäftigen wir uns einen großen Teil der Zeit mit Anträgen, Formularen und Schriftverkehr mit Behörden.“

Die Vertreter der Landtagsfraktion waren beeindruckt von der Arbeit, die die Lebenshilfe geleistet hat. Aus ihrer Sicht zeigt aber auch der bürokratische Aufwand und die damit verbundene Mühe grundlegende strukturelle Herausforderungen auf. Steven Wink erklärte: „Das Neubauprojekt zeigt sehr deutlich, wie wichtig es ist, dass sich der Staat auf seine Kernaufgaben konzentriert. Die sozialen Träger brauchen Vertrauen und Handlungsspielräume statt übermäßiger Bürokratie. Das stärkt die Teilhabe aller.“ Der Staat dürfe nicht Bremsklotz und Hindernis sein, sondern müsse die Menschen unterstützen. Die Abgeordneten würdigten das Engagement der Lebenshilfe beim Wiederaufbau, sagten Unterstützung zu und wünschten den Verantwortlichen weiterhin Kraft und Erfolg für die kommenden Schritte.

Besuch der FDP-Landtagsfraktion bei der Lebenshilfe, hier vor dem renovierten Lebenshilfehaus in der Sinziger Pestalozzistraße: Fraktionsvorsitzender Steven Wink, der Parlamentarische Geschäftsführer Marco Weber und der bildungspolitische Sprecher Stefan Thoma informierten sich gemeinsam mit Vertretern der Lebenshilfe über den Fortschritt des Wiederaufbaus in Sinzig.
Foto: Steven Wink

Lebenshilfe stellt sich für künftige Herausforderungen schlagkräftig auf

Mit Blick auf die anstehenden strukturellen, baulichen und finanziellen Aufgaben hat die Lebenshilfe im Kreis Ahrweiler ihre Führungsstruktur gezielt weiterentwickelt und sich für die kommenden Jahre schlagkräftig aufgestellt. Ein zentraler Baustein ist die Neubesetzung der Leitung des Bereichs Verwaltung und Finanzen. Zum 1. Februar hat Daniela Gesche diese Funktion übernommen.

Der Vorsitzende Ulrich van Bebber begrüßte Frau Gesche gemeinsam mit dem Geschäftsführer Frank Scheider sowie dem Bereichsleiter Alexander Beier. Beier verantwortet den Bereich Infrastruktur und Bauprojekte. Van Bebber erklärte:
„Mit der klaren Aufgabenverteilung und der personellen Verstärkung ist es uns gelungen, ein leistungsfähiges Team aufzustellen, mit dem wir die vor uns liegenden Herausforderungen gezielt und professionell angehen können.“

Die neue Leiterin übernimmt ihre Aufgabe in einer besonders anspruchsvollen Phase. Nach der Flutkatastrophe steht die Lebenshilfe im Kreis Ahrweiler vor erheblichen strukturellen und finanziellen Herausforderungen. Zu den zentralen Projekten zählen der Neubau des Lebenshilfehauses in Sinzig sowie der Ausbau des Lebenshilfehauses in Hohenleimbach.

Die Bewältigung dieser Aufgaben erfordert ein eng abgestimmtes Zusammenspiel von Baukompetenz und betriebswirtschaftlicher Steuerung. Alexander Beier verantwortet Planung, Koordination und Umsetzung der Bau- und Infrastrukturprojekte. Daniela Gesche steuert die betriebswirtschaftlichen Prozesse sowie das Finanzmanagement. Beide werden die Bauprojekte und die damit verbundenen organisatorischen und finanziellen Anforderungen gemeinsam, abgestimmt und mit klaren Zuständigkeiten vorantreiben.

„Gerade in dieser Situation ist es entscheidend, dass Bauprojekte und Finanzmanagement Hand in Hand gehen. Mit Frau Gesche und Herrn Beier haben wir ein schlagkräftiges und qualifiziertes Team gefunden, mit dem wir die anstehenden Aufgaben sicher bewältigen können. Darüber sind wir als Lebenshilfe sehr froh“, so van Bebber weiter.

Vorstand und Geschäftsführung wünschen Daniela Gesche einen erfolgreichen Start und beiden Bereichsleitungen eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Ulrich van Bebber (rechts) ist zuversichtlich, dass mit dem neuen Führungsteam der Lebenshilfe (von links) Alexander Beier, Frank Scheider und Daniela Gesche die künftigen Herausforderungen der Lebenshilfe erfolgreich bewältigt werden können.
Foto: Ute Voß
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