Wir sind wieder da!
Wiederaufbau bei der Lebenshilfe
Von der Katastrophe zur Zukunft
Die Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 hat tiefe Spuren hinterlassen – im Ahrtal, bei den Menschen und bei der Lebenshilfe Kreis Ahrweiler. Was damals in kürzester Zeit zerstört wurde, wird seitdem Schritt für Schritt neu aufgebaut: mit Kraft, Zusammenhalt und dem festen Willen, den betroffenen Menschen wieder ein sicheres Zuhause und eine gute Zukunft zu geben.
Auf dem Weg zurück ins Leben: Erste Schritte und neue Strukturen
Unmittelbar nach der Flutnacht wurden die Bewohnerinnen und Bewohner zunächst im Heinrichhaus im Kreis Neuwied untergebracht. Seither hat die Lebenshilfe mit großem Einsatz zwei Übergangslösungen organisiert: eine Wohneinrichtung der Caritas in Mendig sowie den umgebauten Düsseldorfer Hof in Remagen-Rolandseck, der im Januar 2022 bezogen werden konnte. Diese Zwischenlösungen geben den Bewohnerinnen und Bewohnern Stabilität und Zeit – Zeit, die die Lebenshilfe nutzt, um neue Wohn- und Betreuungskonzepte zu entwickeln, an denen Angehörige, Mitglieder, Betroffene und Beschäftigte aktiv mitwirken. Auch die Jugendhilfe für Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf wurde neu aufgebaut – ein wichtiges Zeichen der Kontinuität und des Aufbruchs.
Die Keimzelle der Lebenshilfe – ein Fundament für die Zukunft
1985 gegründet, 1992 mit dem Spatenstich für das Lebenshilfehaus in der Pestalozzistraße begonnen und 1994 von den ersten Bewohnern bezogen – die Geschichte der Lebenshilfe Kreis Ahrweiler ist eine Geschichte des Aufbaus und des Engagements. Diese Gründungsgeschichte verpflichtet. Der heutige Vorstand ist entschlossen, das Erbe von Gerd Jung, Dr. Paul Reuther und Ellen Pfeiffer weiterzutragen und für die Bewohnerinnen und Bewohner eine neue, würdige und inklusive Heimat zu schaffen. Das ursprüngliche Gebäude kann aufgrund der psychischen Belastungen für alle Beteiligten künftig nicht mehr als Wohneinrichtung für Betroffene genutzt werden – doch der Geist, der dort gelebt hat, findet einen neuen Ort.
Ein Ort, der wieder zum Leben erwacht – Neueröffnung 2025
Die Pestalozzistraße 7 in Sinzig war über viele Jahre weit mehr als ein Gebäude – sie war ein vertrauter Ort der Geborgenheit, ein Zuhause für die Bewohnerinnen und Bewohner der Lebenshilfe und ihre Betreuer. Nach der Flutkatastrophe schien dieser Ort für immer verloren. Doch im Jahr 2025 ist das Haus in der Pestalozzistraße feierlich neueröffnet worden – ein Meilenstein des Wiederaufbaus und ein starkes Signal der Hoffnung für alle, die mit der Lebenshilfe verbunden sind. Was in jener Nacht zerstört wurde, ist zurückgekehrt: als Ort des Lebens, der Begegnung und der Geborgenheit.
Neuer Wohnraum entsteht – Grundstück gesichert, Zukunft geplant
Parallel zur Neueröffnung des Hauses in der Pestalozzistraße und dem Erwerb unseres Hauses in Hohenleimbach arbeitet die Lebenshilfe mit Hochdruck an der Schaffung zusätzlichen Wohnraums. Nach intensiver und teils langwieriger Suche konnte bereits ein Grundstück erworben werden – ein entscheidender Schritt, der dem Vorhaben nun eine konkrete Grundlage gibt. Entstehen soll eine neue, moderne Wohneinrichtung dort, wo sich die Bewohnerinnen und Bewohner wohlfühlen und gut integriert leben können: mitten in der Kernstadt Sinzig. Nicht am Rand, sondern mittendrin – sichtbar, teilhabend.
Das Bauprojekt ist mit erheblichen Kosten verbunden, die die ursprünglichen Planungen übersteigen. Gestiegene Baupreise und höhere Anforderungen an Barrierefreiheit und Inklusion machen das Vorhaben anspruchsvoller als erwartet. Gespendete Mittel wurden bereits eingesetzt, und intensive Gespräche mit dem Land Rheinland-Pfalz über weitere Unterstützung laufen. Doch mit dem gesicherten Grundstück ist die entscheidende Hürde genommen: „Wir haben jetzt endlich wieder eine Perspektive. Und das ist das Wichtigste!“
Mit dem erworbenen Grundstück ist ein wichtiger Meilenstein erreicht – der Baubeginn rückt näher, und bald wird neuer Wohnraum entstehen, der den Bewohnerinnen und Bewohnern langfristige Sicherheit und ein echtes Zuhause gibt. Dass all das gelingen kann, verdankt die Lebenshilfe nicht zuletzt der Unterstützung vieler Menschen: durch Spenden, durch ehrenamtliches Engagement, durch Anteilnahme. Jeder Beitrag – ob groß oder klein – hilft dabei, dieses Vorhaben und die Weiterentwicklung unserer Angebote Wirklichkeit werden zu lassen. Die Lebenshilfe Kreis Ahrweiler bleibt auf diesem Weg dankbar für jeden, der ihn mitgeht.
Errichtung einer Gedenkstätte
In Erinnerung an die Menschen, die wir bei der Flutkatastrophe verloren haben, wird vor dem Haus in der Pestalozzistraße eine Gedenkstätte entstehen. Gemeinsam mit Angehörigen, Spenderinnen und Spendern, dem Verein sowie weiteren beteiligten Stellen wollen wir einen Ort gestalten, der Raum für Trauer, Besinnung und stille Verbundenheit bietet. Die Gedenkstätte ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Verstorbenen und Betroffenen nicht vergessen sind und dass ihr Andenken dauerhaft in unserer Gemeinschaft weiterlebt.