Doppeltes Jubiläum in Neuwied gefeiert

Unser Kooperationspartner, das HTZ Neuwied, hatte etwas zu feiern und die Lebenshilfe Ahrweiler war herzlich eingeladen.

Großer Festakt: Verein für Menschen mit Behinderung ist 50, das HTZ 40 Jahre alt

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Hier werden Menschen mit Handicap gesehen, wertgeschätzt und gefördert: 50 Jahre alt ist der Verein für Menschen mit Behinderung (VMB) geworden, 40 Jahre die „große Tochter“, das Heilpädagogisch-Therapeutische Zentrum (HTZ) in Neuwied. Ein doppeltes Jubiläum, das jetzt mit einem Festakt und dem anschließenden Tag der offenen Tür gebührend gefeiert wurde.

Begonnen hat alles vor einem halben Jahrhundert. 13 Personen, die meisten von ihnen Eltern von Kindern mit einem Handicap, taten sich zusammen. Sie hatten ein großes Ziel: Mehr Lebensqualität für Menschen, die eine Behinderung haben. Denn diesen Menschen fehlt es nur allzu oft an Akzeptanz und Wertschätzung. Die Vision der kleinen Gruppe fiel auf fruchtbaren Boden. Auf imposante Weise expandierte die Initiative. Eltern, Mediziner und Pädagogen arbeiteten Hand in Hand.

Zunächst wurde vom Verein eine Kindertagesstätte ins Leben gerufen. Heute unterhält das zehn Jahre später gegründete HTZ – der Verein ist Mitgründer und neben dem Paritätischen Mitgesellschafter – ein Sozialpädiatrisches Zentrum, in dem Ärzte, Psychologen, Heil- und Sozialpädagogen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden zusammenarbeiten, darüber hinaus die integrativen Kindertagesstätten in Neuwied, Linz, Andernach, Unkel, Puderbach, Sinzig-Franken und Asbach, die Tagesförderstätte für erwachsene Menschen mit Behinderung und den Kinderschutzdienst Neuwied.

Mit Stolz können die nunmehr 350 Mitgliedsfamilien des VMB, die Vereinsmitarbeiter, das HTZ-Team und sämtliche Helfershelfer auf das blicken, was bis dato erreicht wurde. „Soziale Unternehmen wie unseres sind immer so gut wie die Menschen, die dafür arbeiten“, bedankte sich Kristina Münstermann, Geschäftsführerin des HTZ, im Rahmen der Feierstunde in der Ludwig-Erhard-Schule ausdrücklich bei ihren Mitarbeitern. Wenn Eltern in Zukunft die bange Frage stellen, was mit ihrem Kind passiert, wenn sie einmal nicht mehr sind, „möchten wir antworten können: Unser Verein sorgt dafür, dass es auch Ihrem Kind gut geht“, brachte Alfons Müller, VMB-Vorsitzender, seinen dringlichsten Wunsch für die zukünftige Entwicklung auf den Punkt.

„Fasziniert von der Vielfältigkeit des Angebots von VMB und HTZ“ zeigte sich Sophie Charlotte Fürstin zu Wied. Feinfühliges Handeln werde großgeschrieben. Und das tue not. Denn nur der wohlwollende Blick der Außenwelt erfülle das Grundbedürfnis eines jeden Menschen nach „Ansehen“, betonte die Schirmherrin, der es mit einer liebevollen Rede gelang, die Zuhörer zu berühren. Jeder sehne sich danach, ein Dasein mit Bedeutung zu führen, was in unserer Gesellschaft in der Regel aber lediglich mit Leistung gleichgesetzt werde. Ein Denkfehler, denn „tatsächlich ist jedes Leben in sich von unaustauschbarem Wert.“

Weitere kleine Reden und Grußworte waren u.a. von Michael Hamm, Vorstand der Stiftung Parität, vom Neuwieder Landrat Rainer Kaul und von MdB Erwin Rüddel zu hören.

Vera Apel-Jösch vom Kompetenzzentrum Leichte Sprache, die einen mitreißenden Festvortrag hielt, überzeugte mit ihrem Credo: „Wir sind bunt gemeint und inklusiv auf eine Erde gewürfelt“. Mit Leidenschaft plädierte sie für Toleranz nicht nur den Menschen mit Behinderung gegenüber, sondern gegenüber allen, die nicht dem entsprechen, was gesellschaftlich bedingt für die Norm gehalten wird.

Für die gekonnte musikalische Umrahmung des Festes sorgten die „Singzwerge“ der Kita Villa Kunterbunt in Andernach und die Trommelgruppe des VMB.

HTZ04Für alle Interessenten startete im Anschluss noch der Tag der offenen Tür auf dem Gelände des HTZ. Neben der Präsentation der Bereiche gab es zahlreiche Aktionen, u.a. Kinderschminken, Fotoaktion, Artistik, Mitmachtheater, Slackline, Stühle bemalen, Westerwälder Clowndoktoren, Auftritte von Viva la Bieber, der Hausband Kettig und dem Kinderchor der Kita Neuwied.

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